Galle Fort, Affen und das beste FamilienrestaurantÂ đŸ’đŸ‡±đŸ‡°

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6–9 Minuten

Es hieß nur: Raus aus dem Bett! đŸ›ïž

Heute mussten wir so frĂŒh aufstehen wie bisher noch nie.

Und ich muss ehrlich sagen: Das war echt hart. đŸ˜Ž Wir waren zwar um einen starken Jetlag rumgekommen, aber so richtig an unsere normale Aufstehzeit hatten wir uns noch nicht gewöhnt. 

Unsere Gastfamilie hatte uns ursprĂŒnglich sogar von 9 Uhr auf 8 Uhr heruntergehandelt. Wir hatten schnell gemerkt, dass ihnen 9 zu spĂ€t ist. Ihre Blicke sagten: Seit nicht so faul und steht auf. Also quĂ€lten wir uns morgens aus dem Bett.

DafĂŒr wurden wir mit einem richtig tollen FrĂŒhstĂŒck belohnt. Es gab Kokosnuss-Roti, Kokosnusspfannkuchen, heißen Pani Pol, ein sri-lankisches Omelett und einen riesigen Teller Obst. đŸ‰đŸ„„ Zu den Roti gab es natĂŒrlich wieder Linsencurry – und alles war super lecker. So fĂ€llt frĂŒhes Aufstehen zumindest ein bisschen leichter. đŸ˜‹

Noch ein kleiner Einwurf aus unserem Alltag, bevor es mit der ErzĂ€hlung ĂŒber diesen Tag weitergeht. Seit unserer Ankunft singt Harry – und nach kurzer Zeit dadurch auch ich sein umkomponiertes Lied. Eigentlich ist er ja absolut kein Schlagertyp aber aus irgendwelchen GrĂŒnden, hat er durch den Ortsnamen einen neuen Ohrwurm entwickelt: Unawatu die Sternerl sehen. Ich sing Unawatu …. Eben das Lied Hulapalu von Andreas Gabalier mit neuem Liedtext. Es ist schon etwas lĂ€nger her, dass wir in Unawatuna waren und ich schreibe jetzt den Eintrag, aber direkt beim Namen hat er wieder angefangen seinen Ohrwurm zu singen. đŸŽ€đŸ„°

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Galle Fort đŸ°

Unser eigentliches Ziel war aber die Galle Fort. Schon der Weg dorthin war richtig schön. Alte BĂ€ume sĂ€umten die Straßen und langsam nĂ€herten wir uns der historischen Festungsanlage.

Bevor wir hineingingen, gab es allerdings erst einmal eine Kokosnuss. đŸ„„ An einem kleinen Stand der zwar etwas schĂ€big aussah, aber dafĂŒr war die Kokosnuss umso leckerer. Leider fing genau in dem Moment der Regen an. Wir hatten also gerade angefangen zu trinken und mussten dann feststellen, dass wir die Kokosnuss jetzt natĂŒrlich nicht mehr in Ruhe aufbrechen lassen konnten, um noch das leckere Fruchtfleisch herauszuholen. Schade um den zweiten Teil der Kokosnuss. đŸ˜„

Dann ging es durch den großen Torbogen hinein in die Galle Fort, auch um uns vor dem Regen zu schĂŒtzen. Sobald es aufgehört hat zu Regnen begann unser Spaziergang durch die alte Festungsstadt.

Die Galle Fort wurde ursprĂŒnglich von den Portugiesen errichtet und spĂ€ter von den NiederlĂ€ndern ausgebaut. Sie diente vor allem dazu, den wichtigen Hafen von Galle zu schĂŒtzen und den Handel an der SĂŒdkĂŒste zu kontrollieren. Die Lage war dafĂŒr perfekt: Direkt am Meer gelegen, konnte die Festung sowohl den Hafen als auch die KĂŒste ĂŒberwachen. âš“

Heute ist innerhalb der alten Mauern eine kleine Stadt entstanden. Es gibt enge Gassen, alte HĂ€user, CafĂ©s, Restaurants, kleine GeschĂ€fte und natĂŒrlich jede Menge historische GebĂ€ude.

Wir schlenderten einfach durch die Straßen und ließen alles auf uns wirken. Besonders bekannt ist der Leuchtturm von Galle, der direkt auf der Festungsmauer steht. NatĂŒrlich mussten wir dort erst einmal hin.

Aber irgendwann meldete sich unser Magen.

Erst essen, dann weiter đŸœ

Unser nĂ€chster Stopp war deshalb das Dubble Happy Chinese Restaurant. Und offenbar hatten nicht nur wir Hunger. Das Restaurant war so voll, dass wir sogar draußen warten mussten. Das Warten hat sich aber absolut gelohnt.

Als Vorspeise bekamen wir erst einmal kostenlos eine kleine Suppe. Danach gab es fĂŒr mich eine Wantan-Suppe mit Garnelen-Wantans und fĂŒr Harry leckere Nudeln mit HĂ€hnchen. Und wieder einmal war das Essen richtig gut. đŸ˜‹

WĂ€hrend wir dort saßen, passierte außerdem noch etwas ziemlich Lustiges. 

GegenĂŒber von uns saßen GĂ€ste an zwei Tischen. Irgendwann stand eine Gruppe auf und wollte ihre Sachen zusammenpacken. Dabei fiel einem der GĂ€ste tatsĂ€chlich seine PC-Maus direkt in die Suppe am Nachbartisch. đŸ˜‚ Die Frau war richtig angefressen und machte schon eine halbe Scene und der Kellner wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Wie genau man es schafft, eine Computermaus in eine fremde Suppe zu befördern, wissen wir bis heute nicht. Aber wir hatten auf jeden Fall etwas zu lachen. Wenn auch am Anfang hinter vorgehaltener Hand. 

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Einmal rund um die Festung đŸ°đŸŒŠ

Nach unserer StĂ€rkung waren wir bereit fĂŒr den Rest der Festung.

Wir liefen einmal komplett ĂŒber die Festungsmauer und hatten dabei immer wieder tolle Ausblicke auf das Meer und die Stadt.

Die Anlage ist wirklich erstaunlich gut gepflegt. Die alten Mauern, GebĂ€ude und Wege machen es leicht, sich vorzustellen, wie wichtig dieser Ort frĂŒher einmal gewesen sein muss. 

Die Festung war nicht einfach nur eine Mauer um eine Stadt. Sie war ein wichtiger militĂ€rischer und wirtschaftlicher StĂŒtzpunkt. Galle lag an einer bedeutenden Handelsroute im Indischen Ozean und Schiffe aus verschiedenen Teilen der Welt machten hier Halt.

Wir schauten uns unter anderem auch eine alte Waffenkammer an und liefen immer weiter entlang der Mauern. Dabei gefiel uns besonders, dass die Festung nicht wie ein reines Freilichtmuseum wirkt. Innerhalb der Mauern findet heute noch das ganz normale Leben statt. 

Die Dutch Reformed Church â›Ș

Am Ende unseres Rundwegs kamen wir an der Dutch Reformed Church of Galle vorbei.

Die kleine Kirche gehört ebenfalls zur niederlĂ€ndischen Kolonialgeschichte der Stadt und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Im Inneren und rund um die Kirche befinden sich zahlreiche alte Grab- und Gedenksteine, teilweise aus der niederlĂ€ndischen Kolonialzeit.

Die Kirche selbst ist wirklich schön und sehr gepflegt.

Gleichzeitig hatten wir wieder diesen Gedanken, den wir mittlerweile bei vielen historischen Bauwerken haben: Man bewundert heute die schönen GebĂ€ude, obwohl sie teilweise von Menschen und fĂŒr eine Zeit entstanden sind, die alles andere als schön war. Gerade bei kolonialer Geschichte fĂŒhlt sich das fĂŒr uns manchmal etwas komisch an.

TatsĂ€chlich haben wir aber einige Srilankaner kennengelernt, die besonders von den EnglĂ€ndern begeistert waren, da sie wohl viel von dem wieder aufgebaut haben, was die NiederlĂ€nger zerstört haben. Genauer haben wir uns aber nicht damit befasst. 

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Affen auf dem Marktplatz đŸ’

Langsam wurde es Zeit, wieder Richtung Unawatuna zu kommen. Wir hatten noch eine lĂ€ngere Fahrt vor uns und wollten nicht so spĂ€t zurĂŒck sein.

Also machten wir uns auf den Weg zum Marktplatz. Dort angekommen, sahen wir plötzlich eine kleine Menschenansammlung. Wir fragten uns erst einmal, was denn hier los sei. Dann schauten wir nach oben. Der ganze Baum war voller Affen. đŸ˜‚đŸ’ Es waren Weißbartlanguren. Die waren wirklich unglaublich sĂŒĂŸ. Besonders die vielen kleinen Babys, die zwischen den Ästen herumhĂŒpften, waren einfach zu niedlich. â€ïž

Wir blieben eine ganze Weile stehen und beobachteten die Tiere.Eigentlich wollten wir ja schnell nach Hause. Aber bei so vielen kleinen Affen kann man schließlich nicht einfach weitergehen. đŸ˜„ Irgendwann rissen wir uns dann doch los und fuhren mit dem TukTuk zurĂŒck Richtung Unterkunft.

Unterwegs ließen wir uns noch schnell am Supermarkt absetzen, weil Harry unbedingt ein Eis gegen die Hitze wollte. đŸŠ

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Das beste Familienrestaurant bisher â€ïž

ZurĂŒck in unserer Unterkunft hieß es erst einmal entspannen. Bei der Hitze ist das nötig. Außerdem heißt bei uns entspannen nicht wirklich entspannen, sondern Harry arbeitet in der Zeit immer und ich arbeite am Blog, dem Tagebuch oder sonstigen. 

Gegen 20 Uhr machten wir uns dann aber noch einmal auf den Weg zum Restaurant Rampe, das direkt am Ende unserer Straße liegt. Und was sollen wir sagen? Das ist bisher unser bestes Familienrestaurant in Sri Lanka. Die Familie war unglaublich freundlich und herzlich und das Essen war einfach mega lecker.

Wir bestellten Reis und Curry. Dieses Mal gab es unter anderem Mangocurry. Und weil wir davon so begeistert waren, fragten wir direkt nach dem Rezept. Wir bekamen es einfach. đŸ˜ Wir freuen uns jetzt schon darauf, das Mangocurry irgendwann zu Hause nachzukochen.

Aber damit nicht genug. Ich hatte außerdem die besten gebratenen Nudeln, die ich bisher gegessen habe.Und selbst der Limettensaft war grandios. đŸ‹ Wir bekamen sogar noch eine Extra-Portion Mangocurry.

Zum Abschied schenkte uns die Familie dann noch selbstgemachten Kithul Jaggery. Dabei handelt es sich um eine traditionelle SĂŒĂŸigkeit aus Kithul-Sirup, also dem Sirup der Kithulpalme. Der dick eingekochte Sirup wird nicht nur fĂŒr SĂŒĂŸigkeiten verwendet, sondern traditionell auch zum SĂŒĂŸen von Tee oder als eine Art Hausmittel.

Wir fanden diese Geste einfach unglaublich lieb.

Es sind genau solche kleinen Begegnungen, die eine Reise fĂŒr uns besonders machen. Nicht unbedingt die großen SehenswĂŒrdigkeiten, sondern die Menschen, die man unterwegs trifft und die einem einfach etwas von ihrem Alltag mitgeben. â€ïž

Auf dem RĂŒckweg testeten wir dann noch unsere neuen Stirnlampen aus. đŸ”Š Harry fand allerdings schon das Aufsetzen zu uncool. Na dann. đŸ˜‚

So ging ein langer Tag zu Ende.

Wir hatten ein richtig gutes FrĂŒhstĂŒck, sind durch Galle gelaufen, haben eine jahrhundertealte Festung erkundet, eine Kokosnuss im Regen getrunken, Affen beobachtet und unser bisher bestes Familienrestaurant entdeckt.

Und genau fĂŒr solche Tage sind wir unterwegs. đŸ‡±đŸ‡°đŸŒŽ

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