Unser erster Tag in Negombo 🌊

– TukTuk, Kottu und ein kleiner Gefängnis-Irrtum

Lesedauer:

8–11 Minuten

Auf nach Negombo 🌴

Unser erster richtiger Tag in Sri Lanka begrüßte uns mit viel Wärme und noch mehr Feuchtigkeit. Der Himmel war bewölkt und die Luft so schwül. Da wir kein Frühstück in der Unterkunft hatten, wollten wir so schnell wie möglich los und endlich das machen, worauf wir uns schon gefreut hatten: Sri Lanka entdecken. Und dafür stand direkt unser erstes kleines Abenteuer an: TukTuk fahren! 🛺

So richtig entspannt waren wir dabei noch nicht. Der Fahrstil hier ist komplett anders als bei uns zu Hause. Es wird ständig überholt, gehupt und sich irgendwie durch jede noch so kleine Lücke geschlängelt. Für uns war das total aufregend und bei jeder abrupten Bewegung saßen wir wahrscheinlich ein bisschen angespannter hinten drin und drückten uns gegenseitig die Finger zusammen. 😅 Gleichzeitig gehört genau das für uns zu Sri Lanka dazu. Also hieß es: Augen zu – oder besser gesagt Augen auf – und durch. Wir gewöhnen uns sicherlich daran.

Unser erstes Ziel war der Negombo Beach. 🏖️ Wir wollten unbedingt einmal den Strand sehen und waren gespannt, wie die Küste hier aussieht. Lange hielten wir uns allerdings nicht dort auf. Wir sind einfach nicht die Menschen, die drei Stunden am Strand liegen und dabei glücklich werden. Einmal anschauen, ein bisschen genießen, Füße ins Meer und weiter geht’s. Außerdem war das Meer heute sowieso nicht wirklich zum Baden geeignet. Die Wellen waren ziemlich hoch und das Wasser sehr aufbrausend.

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Unser erstes Kottu 🍛

Nach kurzer Zeit hatten wir dann schon ziemlichen Hunger, da es schon fast 13 Uhr war und wir immer noch nichts gegessen hatten. Und bevor wir uns anzicken … Lieber etwas essen. 😄

Direkt am Strand entdeckten wir das Restaurant Jude. Die Atmosphäre war entspannt, die Mitarbeiter super freundlich und wir waren schnell überzeugt, dass wir hier richtig sind. Anscheinend ist das Restaurant auch bei Touristen ziemlich beliebt – zumindest saßen neben uns ausschließlich andere Reisende.

Und natürlich durfte eines nicht fehlen, das Nationalgericht Sri Lankas: Reis und Curry!

Mittlerweile hatten wir schon verstanden, dass „Rice and Curry“ hier nicht einfach bedeutet, dass man einen Teller Reis mit einer Portion Curry bekommt. Stattdessen besteht das Ganze aus einer ganzen Sammlung verschiedener kleiner Gerichte. Bei uns landeten mehrere unterschiedliche Currys, Beilagen und Gemüse auf dem Tisch – und tatsächlich schmeckte alles komplett unterschiedlich. Mal würzig, mal cremig, mal etwas schärfer und immer wieder mit anderen Gewürzen. Dazu gab es natürlich Reis.

Wir ließen es uns richtig gut gehen. Und weil wir schon dabei waren, probierten wir auch direkt unser erstes Kottu und unseren ersten Lassi. 😋

Kottu Roti ist eines der typischen Street-Food-Gerichte Sri Lankas. Dafür wird ein dünnes Roti, eine Art Fladenbrot, in kleine Stücke geschnitten oder eher traditionell gehackt und zusammen mit Gemüse, Ei, Fleisch oder Fisch und verschiedenen Gewürzen auf einer heißen Platte gebraten. Mit zwei Metallspateln wird das Roti immer wieder klein gehackt und vermischt. Das macht richtig Lärm.

Unser erstes Kottu war auf jeden Fall richtig lecker.

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Die Erkundung Negombos 🚶‍♀️🚶‍♂️

Danach ging es zu Fuß weiter durch Negombo. Und hier wurde uns schnell klar: Sri Lanka ist laut. Sehr laut. 😅

Nicht nur die Straßen sind voll und wuselig – auch als Fußgänger wird man ständig angehupt. Anfangs haben wir uns dabei jedes Mal erschrocken. Wenn plötzlich direkt neben einem ein lautes Hupen ertönt, obwohl man eigentlich gar nichts falsch gemacht hat, braucht man erst einmal ein bisschen, um sich daran zu gewöhnen. Dazu kommt, dass die Hupen lauter wirken als in Deutschland. Die Hupe scheint hier weniger ein „Du machst etwas falsch!“ zu bedeuten, sondern eher ein allgemeines „Achtung, ich komme!“.

Negombo selbst fanden wir trotz oder vielleicht gerade wegen dieses Chaos‘ richtig interessant. Die Stadt ist voll, laut und an einigen Stellen ziemlich chaotisch, aber genau das hat auch seinen eigenen Charme. Es gibt ständig etwas zu sehen und irgendwo ist immer etwas passiert.

An die Gehwege mussten wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Sie verlaufen über Abwasserkanäle, die mit einfachen Betonplatten abgedeckt sind. Manche Platten sind kaputt, andere fehlen komplett. Und zwischendurch kommt aus den offenen Bereichen dazwischen ein ziemlich gewöhnungsbedürftiger Geruch hoch. Trotzdem waren wir fast schon froh, dass es überhaupt Gehwege gab – auch wenn man beim Laufen sehr gut darauf achten muss, wo man hintritt.

Wir schauten uns noch einen weiteren Strandabschnitt an. Hier konnten wir uns gut vorstellen, wie voll und auch schön es in der Hauptsaison werden muss. Überall standen leere Verkaufswagen für Eis, Essen oder Strandzubehör herum. Heute war davon allerdings nicht viel zu sehen. Es waren fast nur Einheimische am Strand.

Wir liefen ein Stück am Wasser entlang und beobachteten die riesigen Wellen. Das Meer war heute wirklich beeindruckend. Leider wurde einiges an Müll an den Strand gespült. Dazwischen lagen immer wieder tote Fische. Wir vermuteten, dass es sich um Kugelfische handelte. Ein etwas trauriger Anblick, der gleichzeitig zeigt, wie viel Müll leider auch hier im Meer landet. Sicherlich wird momentan so viel wegen der Monsunzeit angespült. Leider suchten immer wieder zwischen dem Müll Straßenhunde nach etwas Essbarem, andere entspannten am Strand. Die vielen Hunde … an sie mussten wir uns auch erst noch gewöhnen. Auch etwas, das wir aus Deutschland nicht kennen.

Zurück in der Stadt gab es dann wieder einiges zu bestaunen. Besonders die „Baukunst“ sorgte bei uns immer wieder für große Augen und Verwunderung. An einer Baustelle entdeckten wir z. B. ein Gerüst, das durch einen kleinen Plastikeimer mit Beton stabilisiert wurde.

Die Deutsche Bauaufsicht bekommt bei so einem Anblick direkt Schnappatmung. 😂

Zwischendurch entdeckten wir einen beeindruckenden Hindu-Tempel: den Sri Muthumariamman Tempel. Der rund 200 Jahre alte Tempel liegt im Gampaha District und ist mit seinen vielen bunten Figuren und Verzierungen wirklich etwas Besonderes. Direkt daneben befindet sich die St. Mary’s Church – und genau dieser Mix aus verschiedenen Religionen und Kulturen war für uns wieder einmal faszinierend.

Die St. Mary’s Church selbst ist eine kleine, hübsche Kirche und gleichzeitig eine der größten römisch-katholischen Kirchen Sri Lankas. Der Grundstein wurde 1874 gelegt, an dieser Stelle standen allerdings bereits seit 1544 Kirchen. Die Kirche war offen und wir konnten sie auch von innen bestaunen. Anders als die katholischen Kirchen bei uns, war sie nicht mit Prunk und Protz überladen, sondern schlicht und einfach.

Nach all den Eindrücken brauchten wir irgendwann eine Pause. Zum Glück fanden wir ein kleines Café namens Coffee Break. Harry hatte inzwischen dringend das Bedürfnis nach Kaffee und so stand unser erster sri-lankischer Kaffee auf dem Programm. ☕ Und weil wir offenbar gerade im „Wir probieren heute alles zum ersten Mal“-Modus waren, gab es dazu auch gleich unsere erste Kokosnuss. 🥥 Die Kokosnüsse in Sri Lanka sind die Sorte King-Kokosnuss. Die Sorte ist gelb-orange und mit viel süßlichem Fruchtwasser, aber wenig Fruchtfleisch. Also perfekt zu trinken.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren Wahrzeichen Negombos: dem Dutch Fort.

Unser Gefängnisaufenthalt 😳

Auf dem Weg dorthin kamen wir am Gerichtsgebäude vorbei. Machten uns hier aber natürlich noch keine Gedanken. Je weiter wir liefen, desto trostloser wirkte die Gegend. Dann entdeckten wir ein großes Schild mit der Aufschrift „Sri Lanka Prison“. Wir nahmen das zwar wahr, dachten uns aber erst einmal nicht viel dabei.

Und dann standen wir plötzlich vor dem Dutch Fort.

Wir sahen einen Torbogen und dachten uns: Da müssen wir durch. Dahinter wird bestimmt die archäologische Stätte sein.

Also liefen wir einfach los.

Wir kamen an einem bewaffneten Soldaten vorbei und sind dann durch den Torbogen. Dahinter befand sich ein offenes Tor. Mehrere Männer in weißen Oberteilen standen dort in einer Reihe, flankiert von weiteren Personen. Sie musterten uns. Dann liefen sie durch das offene Tor.

Zu dem Zeitpunkt waren wir dann etwas irritiert.

Sind das vielleicht irgendwelche Mitarbeiter? Geht es hier zur historischen Stätte? Warum schauen die uns so an?

Und dann machte es bei uns langsam Klick.

Wir waren nicht auf dem Weg zum Dutch Fort. Wir standen im Vorhof eines Gefängnisses. 😳😂

Die Männer in den weißen Oberteilen waren Gefangene, die gerade wieder zurück in den Gefängnisbereich gebracht wurden.

Wir hatten also gerade vollkommen ahnungslos einen militärisch bewachten Gefängniseingang passiert und uns dabei auch noch gedacht, dass das bestimmt der Weg zu einer Sehenswürdigkeit ist.Wir drehten um, liefen zurück und waren uns ziemlich sicher, dass wir an diesem Tag genug Abenteuer erlebt hatten. 😅 Das eigentliche Dutch Fort besteht übrigens nur noch aus einem Turm – unsere Vorstellung 

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Ab in unsere Unterkunft 🛺

Weil wir schon davor gesagt haben, dass das Dutch Fort unser letzter Stopp in Negombo sein sollte für den Tag, ging es danach mit dem TukTuk zurück zu unserer Unterkunft. Mittlerweile merkten wir doch, dass die Hitze und die ganzen Eindrücke ziemlich anstrengend waren. Obwohl wir kaum mit Jetlag zu kämpfen hatten, waren wir nach diesem Tag platt. Also erst einmal duschen, ausruhen und die Füße hochlegen.

Wobei es natürlich eine Sache gibt, die bei uns auch im Urlaub niemals fehlen darf: Supermarkt! 🛒

Unser erster Besuch bei Cargills stand an und wir waren begeistert. Die Regale waren voll mit Lebensmitteln, von denen wir noch nie etwas gesehen oder gehört hatten. Genau solche Supermarktbesuche gehören für uns mittlerweile zu einer Reise dazu, wir lieben es einfach. Ewig durch fremde Supermärkte schlendern und uns fragen, was man mit all diesen unbekannten Sachen eigentlich kocht.

Das Royal Hotel 🍽️

Zum Abendessen ging es schließlich ins Royal Hotel. Und auch hier waren wir wieder die einzigen Touristen. Der kleine Laden wirkte eher wie ein Imbiss mit einigen Tischen und war bis zum letzten Platz mit Einheimischen voll – und genau solche Orte mögen wir besonders gerne. An solchen Orten ist das Essen einfach am besten.

Hier konnten wir sogar beobachten, wie unser Kottu zubereitet wurde.

Und jetzt verstanden wir auch, warum man Kottu nicht einfach nur „klein geschnittenes Roti“ nennen sollte.

Mit zwei Metallspateln wird das Roti auf der heißen Metallplatte rhythmisch zerhackt und mit den anderen Zutaten vermischt. Klak-klak-klak-klak! Und das ist laut. Sehr laut. 🔊 Die Spatel schlagen auf die Platte, das Essen wird zerteilt und alles wird miteinander vermischt. Eine Mischung aus Kochen und kleiner Live-Performance.

Für uns gab es Kottu mit Fisch und vegetarische Roti. Dazu bekamen wir eine scharfe Soße und etwas, das ein bisschen an Curry-Ketchup erinnert. Das Essen war unglaublich lecker. „Einfache“ Gerichte sind immer die besten. 😋

Unser erster richtiger Tag in Sri Lanka war damit vorbei.

Er war laut, chaotisch, heiß und manchmal etwas überfordernd. Wir wurden ständig angehupt, liefen über halb kaputte Gehwege, sahen beeindruckende Tempel und Kirchen, probierten jede Menge neues Essen – und landeten aus Versehen fast in einem Gefängnis. 😂

Und genau das waren die Ereignisse, die für uns Sri Lanka direkt sympathisch gemacht haben.

Sri Lanka fühlte sich schon nach diesem ersten Tag komplett anders an als alles, was wir bisher kannten.

Überwältigend, manchmal chaotisch, aber unglaublich spannend. 🌴🇱🇰

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