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Der Abschied 🥹
Schon früh am Morgen ging es für uns los. Direkt nach dem Aufstehen, gegen 7:00 Uhr, versuchten wir, das letzte Chaos in unserer Wohnung zu beseitigen. Die letzten Tage hatten deutliche Spuren hinterlassen. Obwohl wir fleißig geputzt und aufgeräumt hatten, waren noch einige Aufgaben zu erledigen. Und fertig packen mussten wir auch noch!
Durch den stressigen Morgen hatten wir kaum Zeit darüber nachzudenken, dass es jetzt tatsächlich losgeht und wir für 14 Monate nicht mehr nach Deutschland kommen. Alles fühlte sich irgendwie noch ganz normal an.
Kurz vor 9 Uhr waren meine Eltern dann da. Sie sind extra morgens gekommen, um uns zum Flughafen-Busbahnhof zu fahren und um uns dort zu verabschieden. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings noch am Durchwischen und Harry suchte die letzten fehlenden Sachen für unsere Rucksäcke zusammen. Das Chaos hatte sich also noch nicht ganz gelegt, aber wir waren auf einem guten Weg.
Nachdem die Rucksäcke endlich gepackt und die Riemen festgezogen waren, fehlten tatsächlich nur noch zwei Dinge: Der Müll musste raus und wir brauchten noch diesen einen Liter-Beutel für Flüssigkeiten, damit es am Flughafen keine Probleme gibt. Aber dann war tatsächlich alles fertig und wir konnten – mit etwas Verspätung – losfahren.
Alles ging dann so schnell, dass wir uns nicht einmal richtig von unserer Wohnung verabschieden konnten.
Am Busbahnhof warteten bereits Harrys Eltern und Natascha, Felix und Livia, um uns zu verabschieden. Wir haben uns total gefreut, dass alle gekommen waren. Gleichzeitig machte es den Abschied natürlich noch schwerer. ❤️
Zum Abschied bekamen wir noch ein super süßes Geschenk und dazu einen Brief, den wir allerdings erst im Bus öffnen durften. Weil unser Bus um 10:10 Uhr Abfahrt hatte, blieb nicht viel Zeit für lange Gespräche. Der Abschied rückte immer näher. Zum einen sollte es nicht so schnell rumgehen, zum anderen wollten wir jetzt dann auch endlich los.
Nach der dritten Verabschiedungsrunde war es dann soweit: Wir stiegen in den Bus ein. Unser reservierter Platz war perfekt. Wir saßen direkt am Einstieg und konnten noch mit allen sprechen, solange die Türen offen waren. Es war kein leichter Abschied und es flossen einige Tränen. 😢
Irgendwann hat aber jeder Abschied ein Ende und unser Bus fuhr los.
Tatsächlich war dieser Moment für uns wesentlich schlimmer als der Abschied am Bussteig. Erst jetzt haben wir beide so richtig realisiert, was es bedeutet, 14 Monate unterwegs zu sein.
Wir werden in dieser Zeit unglaublich viel sehen und erleben, aber gleichzeitig zu Hause auch sehr viel verpassen. Geburtstage und Feiern, wichtige neue Abschnitte im Leben unserer Familien und Freunde, aber auch einfach die ganz normalen Treffen im Alltag. Davor war immer so viel zu tun, dass wir keine Zeit dafür hatten.
Und plötzlich waren wir unterwegs. 🌎

Von Zürich nach Delhi ✈️
Wir hatten unseren Flixbus für sage und schreibe 40 € inklusive Sitzplatzreservierung gebucht. Damit genug Zeit für die Fahrt vom Bahnhof Zürich zum Flughafen war, hatten wir extra einen frühen Bus genommen. Wir dachten uns: Sollte Stau sein, sind wir trotzdem rechtzeitig da.
So war es dann allerdings nicht. Es gab überhaupt keinen Stau und der Verkehr lief so flüssig, dass wir sogar schon vor der eigentlichen Ankunftszeit, gegen 13:00 Uhr, in Zürich ankamen. Ab da hieß es erst einmal: Zeit totschlagen.
Unser Flug ging erst um 20:45 Uhr und frühestens drei Stunden vorher konnten wir unser Gepäck abgeben. Ursprünglich wollten wir unsere großen Rucksäcke am Zürcher Bahnhof einschließen. Dafür wären allerdings 20 CHF pro Rucksack fällig gewesen. Und ganz ehrlich: So schwer kann kein Rucksack sein, dass man freiwillig so viel fürs Einschließen bezahlt. 😄
Nach einem schnellen Essen, das wir im Migros kauften, entschieden wir uns deshalb, doch schon zum Flughafen zu fahren. Um 14:45 Uhr, nach ungefähr zehn Minuten Fahrt mit dem Zug, waren wir dort. Und von da an schlugen wir uns die Zeit um die Ohren.
Exakt drei Stunden vor Abflug konnten wir endlich unser Gepäck abgeben und anschließend in die Primeclass Lounge. Essen, trinken und entspannen – genau das brauchten wir. Zum Glück ist das immer bei der Amex dabei. Das war auch höchste Zeit, denn wir waren beide langsam ziemlich genervt und hatten einfach keine Lust mehr, herumzusitzen.
Das Essen und vor allem die Aussicht waren dafür wirklich sehr zu empfehlen. 😋
Pünktlich ging dann unser Flieger nach Delhi.
Beim Einsteigen waren wir erst etwas schockiert über das wirklich uralte Flugzeug. Gleichzeitig war es aber das sauberste Flugzeug, in dem wir bisher gesessen haben. Der Teppich war ohne Flecken und selbst zwischen den Sitzen lagen keine Krümel. Ich war total begeistert und Harry meinte nur: „Dafür gibt es nur alte Filme“. Aber das war mir egal. 😄
Vielleicht hat Air India also doch ein bisschen zu Unrecht seinen schlechten Ruf.
Die Decke war schön kuschelig warm, das Kissen total bequem und auch das Essen war überraschend gut. Und so konnten wir beide relativ schnell schlafen. Selbst ich konnte schlafen – und das kam bisher noch nie vor. Das lag sicher am sauberen Flugzeug. 😉
Dadurch verging der Flug erstaunlich schnell.
Unser Sitznachbar war ein Inder, der mit seiner Familie Urlaub in Italien und in der Schweiz gemacht hatte. Mit ihm habe ich mich ein paar Minuten unterhalten. Direkt meinte er, dass in Sri Lanka gerade eine sehr hohe Luftfeuchte herrscht.
Wie recht er damit haben sollte. 😅
Nach ungefähr 9,5 Stunden landeten wir am Indira Gandhi International Airport in Delhi. Für uns war es zu diesem Zeitpunkt 7:00 Uhr morgens.
Schon etwa zehn Minuten vor der Landung konnten wir die Stadt von oben sehen. Es war etwas neblig – vermutlich durch den Smog. Gleichzeitig verlieh genau das dem Blick über die Stadt etwas Geheimnisvolles, etwas Mystisches.
Es sah grandios aus.
Bis zum Horizont erstreckten sich Häuser. Eine Stadt, die einfach kein Ende zu nehmen schien. Das muss man gesehen haben. Delhi ist eine der größten Städte der Welt und genau so sah es auch aus. Keine Sekunde hat dieser erste Anblick enttäuscht.
Wir wären am liebsten direkt losgestapft, um zumindest einen kleinen Teil von dem zu entdecken, was diese riesige Stadt zu bieten hat.
Stattdessen schauten wir uns erst einmal Terminal 3 an, nachdem wir den Sicherheitscheck hinter uns gebracht hatten. Alle waren sehr freundlich. Für uns war es allerdings etwas ungewöhnlich, dass hier tatsächlich nach Männern und Frauen getrennt wurde.
Danach versuchten wir für kurze Zeit, den Schalter für den WLAN-Zugang zu finden. Anders als bei uns braucht man hier eine richtige Registrierung mit Boardingpass, um für drei Stunden Zugang zum WLAN zu bekommen.
Im Anschluss hatten wir – mal wieder – Hunger und besuchten die Encalm Lounge. Die Dosas waren super, allerdings auch ziemlich scharf. 🌶️
Leider hatten wir nicht lange Zeit, die Lounge zu genießen. Wir hatten nämlich Flug- und Aufenthaltsdauer verwechselt und plötzlich statt drei Stunden nur noch ungefähr eine Stunde Aufenthalt.
Von Delhi nach Colombo ✈️
Um 12:40 Uhr ging es dann für uns weiter.
– Dachten wir. 😅
Schon am Gate standen wir ewig herum und durften einfach nicht einsteigen. Das Gate hatten wir allerdings auch erst nach einer längeren Suche gefunden, denn es liegt versteckt einen Stock tiefer als die anderen Gates.
Irgendwann durften wir dann endlich ins Flugzeug. Das war genauso alt wie das letzte, aber auch genauso sauber.
Leider ging es auch hier erst einmal nicht los. Wir warteten und warteten, schliefen zwischendurch sogar wieder ein und irgendwann – nach ungefähr 1,5 Stunden – starteten wir endlich.
Obwohl man meinen könnte, dass wir nach all dem Schlaf langsam nicht mehr müde sein sollten, schliefen wir auch auf dem Flug ungefähr die Hälfte der Zeit.
Die Ankunft in Sri Lanka🇱🇰
Die Einreise nach Sri Lanka war dafür super einfach.
Vorher hatten wir uns noch einige Gedanken gemacht, weil wir gelesen hatten, dass die Weiterreisetickets kontrolliert werden könnten. Deshalb hatten wir kurz vorher noch schnell unseren Flug nach Indien gebucht.
Die Beamtin am Schalter schaute allerdings nur kurz in unsere Pässe, drückte einen Stempel rein und fertig war die Sache.
So einfach hatten wir uns das Ganze gar nicht vorgestellt. 😄
Erst danach begann der nächste kleine Kampf: Wir brauchten eine SIM-Karte.
Mit ungefähr 30 anderen Personen standen wir am Schalter und warteten. Trotzdem ging es relativ schnell und wenig später waren wir stolze Besitzer unserer ersten sri-lankischen Handynummern. 📱
Ankunft in Negombo – Liyanagemulla 🌴
Bevor wir endlich in unser verdientes Bett fallen durften, stand allerdings noch ein letzter spannender Abschnitt für den Tag an: die Fahrt mit einem Taxi.
Und die war ungefähr so aufregend, wie man es sich vorstellt.
Aus einer Spur wurden drei und es wurde wie wild gehupt. Allerdings merkten wir schnell, dass das Hupen hier System hat. Es wird nicht so eingesetzt wie bei uns, wo es meistens bedeutet: „Was machst du da?!“
Hier ist es eher ein: „Achtung, ich komme! Überseh mich nicht.“ 😄
Die Fahrt ging schnell vorbei und wir kamen endlich im Airport Colombo Pocket Paradise in Negombo an.
Die Unterkunft war super sauber und sehr schön. Auch die Besitzer waren total freundlich. Nachdem uns unser Zimmer gezeigt wurde, kam direkt die Frau des Hauses und zeigte uns Krabben, die sie gleich zubereiten würde.
Die Krabben waren noch lebendig und laut ihr bekommt man sie in Sri Lanka für umgerechnet nur wenige Cent pro Kilo, während sie bei uns mehrere Euro kosten.
Auch einen Tipp fürs Abendessen bekamen wir direkt mit auf den Weg – inklusive Geheimweg. 😉
Anstelle eines 20-minütigen Umwegs mussten wir nur die Straße entlang und konnten dort einfach über die Gleise am Bahnhof. Natürlich nur nach einem kurzen Blick nach links und rechts, um sicherzugehen, dass gerade kein Zug kommt.
Die Bahnstrecke wird wohl ganz gerne von den Einheimischen als Abkürzung genutzt. Wir sahen mehrere Menschen entlang der Gleise laufen, die einfach kurz zur Seite gehen, wenn ein Zug kommt.
Für uns war das wieder einer dieser Momente, bei denen wir uns dachten:
„Okay, hier läuft einiges anders als bei uns. Es wirkt entspannter.“
Im Restaurant Coffee Boss angekommen, waren wir die einzigen Gäste. Hätten wir den Tipp von unserer Unterkunft nicht bekommen, wären wir wahrscheinlich einfach weitergelaufen. Es ist immer komisch, wenn ein Restaurant keine Gäste hat.
Das Restaurant sah aber auch wirklich gut aus. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und zuvorkommend und vor allem war alles sauber.
Zum Essen gab es direkt einen sri-lankischen Klassiker: Rice and Curry. 🍛
Mittlerweile wissen wir, dass es nicht einfach nur Reis und Curry ist. Je nach Restaurant besteht das Gericht aus unterschiedlich vielen Komponenten. Bei uns gab es verschiedene Currys, Gemüse, unterschiedliche Salate und Sambal – oft mit Kokos – und natürlich Reis.
Wir waren direkt begeistert davon, wie viele verschiedene Geschmäcker auf einem Teller zusammenkommen.
Zum Nachtisch probierten wir Watalappam, einen sri-lankischen Kokospudding mit Palmzucker.
Die Konsistenz ist irgendwo zwischen Götterspeise und Pudding. Er ist süß, bekommt durch den Palmzucker aber gleichzeitig eine leicht herbe, karamellige Note.
Nach dem Essen ging es dann aber tatsächlich direkt zurück zu unserer Unterkunft und ab ins Bett. 😴
Nach Abschied, Busfahrt, Flughafen, zwei Flügen, einer unfreiwilligen langen Wartezeit, der ersten SIM-Karte und unserem ersten sri-lankischen Abendessen war für uns endgültig klar:
Die Weltreise hat begonnen. 🌎❤️










