
Die Kombination aus Erdnuss und Jaggery wird in Indien zu einem der einfachsten und gleichzeitig leckersten Snacks verarbeitet. Als kleine Häppchen ist Erdnuss Chikki an jeder Straßenecke zu kaufen. Es erinnert ein wenig an deutsches Erdnusskrokant, wird traditionell aber nicht mit raffiniertem Zucker, sondern mit Jaggery hergestellt.
Harry entdeckte die indische Erdnuss-Süßigkeit für sich in Kochi in der Lulu-Mall in einem riesigen Supermarkt. Seitdem schwärmt er regelmäßig davon.
Was ist Erdnuss Chikki?
Chikki ist eine traditionelle Süßigkeit aus Indien. Es gibt Chikki in den unterschiedlichsten Ausführungen mit den verschiedensten Zutaten. Chikki ist nicht nur ein Peanut Snack, sondern kann auch hauptsächlich aus verschiedenen Nüssen, Mandeln oder Kokosnuss bestehen. Zum Teil wird Sesam, getrocknete Früchte, Chana Dal oder Amaranthsamen mit untergemischt. Verbunden wird das Ganze mit Jaggerysirup.
In indischen Haushalten wird der süße Snack meist in den Wintermonaten hergestellt, ist aber ganzjährig in den Supermärkten oder an Straßenständen erhältlich.
Je nach Region und Zubereitungsart gibt es in Indien unterschiedliche Bezeichnungen für ähnliche Süßigkeiten.
Wie schmeckt Erdnuss Chikki?
Kross, knackig, erdnussig und ein sehr intensiver karamelliger Geschmack machen diese Jaggery Süßigkeit aus. Der Krokant ist zwar hart, aber hat einen tollen Schmelz und klebt nicht zwischen den Zähnen. Durch den starken Erdnussgeschmack wirkt die indische Süßigkeit auch nicht zu süß und wird durch die Karamellnote abgerundet. Für uns macht diese Kombination einfach süchtig.



Was macht gutes Erdnuss Chikki aus?
Ein gutes Chikki ist unserer Meinung nach knackig und hart. Es sollte nicht zäh sein, da es sonst zwischen den Zähnen klebt. Bei der Hauptzutat Erdnuss müssen die Röstaromen deutlich zur Geltung kommen. Der Jaggery darf dagegen nicht zu dunkel werden. Wird er im richtigen Moment vom Herd genommen, entsteht eine wunderbar karamellige Süße. Genau dieses Zusammenspiel macht für uns gutes Chikki aus.
Was ist Jaggery?
Jaggery ist ein harter Block aus „Zucker.“ Gewonnen wird er in Indien aus Zuckerrohr oder aus dem Saft von Palmen. Vorrangig aus der Palmyrapalme, der Silber-Dattelpalme oder der Kokospalme. Jaggery ist in Indien allgegenwärtig und wird zu den unterschiedlichsten Süßspeisen verarbeitet und auch als Sirup gereicht. Um Jaggery zu gewinnen, wird der Sirup so lange eingekocht, bis eine feste Masse entsteht. Die Masse wird auch in der ayurvedischen Medizin verwendet und gilt in der Ayurvedalehre als gesund, aufgrund der Mineralien und Spurenelemente, die Jaggery enthält. Man darf allerdings nicht vergessen, dass Jaggery trotzdem hauptsächlich aus Zucker besteht und deshalb wie anderer Zucker auch in Maßen verwendet werden sollte, auch wenn Jaggery bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente enthält.
Wir kamen in den Genuss so einen „Brocken“ zu probieren, allerdings in Sri Lanka, er ist wirklich lecker. Leicht karamellig im Geschmack mit einer malzigen Note. Von den Zuckersorten, die in Deutschland in jedem Supermarkt zu kaufen sind, kommt Kokosblütenzucker unserer Meinung nach Geschmacklich am ehesten an Jaggery ran.
Aber wo kann ich Jaggery kaufen?
Jaggery ist bei uns in Deutschland zwar kein gängiges Lebensmittel, aber man kann es mittlerweile trotzdem kaufen. Da Jaggery nicht nur in Indien, sondern in vielen asiatischen Ländern verwendet wird, findet man diese Zutat in den meisten Asia-Shops aber natürlich auch in indischen Supermärkten oder online.
Jaggery ersetzen – geht das?
Ja, das geht, ist aber natürlich nicht optimal. Immer wenn Zutaten durch andere ersetzt werden, geht etwas vom Geschmack oder der Konsistenz verloren. Unsere Empfehlung für Chikki: 2 Teile Kokosblütenzucker und 1 Teil Muscovadozucker. Beide Zuckersorten sind in jedem Supermarkt erhältlich.
Warum Kokosblütenzucker und Muscovadozucker?
Während Kokosblütenzucker schön karamellig aber wenig süß ist, bringt der Muscovadozucker die Süße, Feuchtigkeit und Malzigkeit mit ein. In Kombination ergibt sich ein Geschmack, der dem von Jaggery recht nahekommt.
Ghee oder Butterschmalz?
Ghee ist überspitzt gesagt das Geschwisterchen des deutschen Butterschmalzes. In der Herstellung unterscheiden sich beide Fette nur geringfügig. Sehr vereinfacht erklärt wird Butter bei niedriger Hitze geschmolzen. Dabei verdampft das enthaltene Wasser und das gestockte Eiweiß setzt sich als weiße Flocken an der Oberfläche ab. Das Milcheiweiß wird entfernt. An dieser Stelle unterscheidet sich die weitere Herstellung. Das Butterschmalz wird nun abgefüllt. Das Ghee wird noch etwas länger bei niedriger Hitze gekocht und zwar so lange, bis die Milchbestandteile sich leicht bräunen und das Ghee ein nussiges Aroma entwickelt.
Im verarbeiteten Zustand kann der Unterschied sehr wohl auffallen. Allerdings kann Ghee meist trotzdem durch Butterschmalz ersetzt werden. Speziell bei Gerichten mit wenigen Zutaten kann die Verwendung von Ghee geschmacklich einen Unterschied machen, während bei Gerichten mit vielen Zutaten der Unterschied weniger stark auffallen wird.
Für dieses Rezept kann Ghee 1:1 durch Butterschmalz ersetzt werden, allerdings wird sich ein geschmacklicher Unterschied bemerkbar machen. Ghee bringt ein Aroma ein, das perfekt zu den gerösteten Erdnüssen und dem karamelligen Jaggery passt.
Wie lange ist Erdnuss Chikki haltbar?
Damit das leckere Erdnuss Chikki möglichst lange hält sollte es in einem luftdichten Behälter aufbewahrt werden. An einem kühlen, trockenen Ort lagern. Raumtemperatur ist auch völlig in Ordnung. Sonst könnte das Chikki Feuchtigkeit ziehen und eine unangenehme Konsistenz bekommen. Außerdem verdirbt es dann schneller. Am besten in einer Abstellkammer oder einem Küchenregal. Der Kühlschrank ist nicht geeignet, weil es dort zu kalt und feucht ist.
Bei uns wurde das Chikki bisher noch nie schlecht, allerdings hat es bei uns bisher auch nie lange überlebt.
Warum wird mein Chikki nicht fest?

Im Endeffekt kann es nur an wenigen Punkten liegen.
- Der Sirup wurde nicht lange genug gekocht
- Dem Zucker wurde zu viel Wasser zugesetzt, als er aufgelöst wurde
- Die Nüsse wurden nicht lange genug angeröstet und sind noch feucht
- Die Zutaten waren im falschen Verhältnis
- Das Chikki kühlte bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit ab
Tipps für perfektes Erdnuss Chikki
- Rösten der Nüsse: Die Nüsse müssen lange und vorsichtig geröstet werden, damit jegliche Restfeuchte entzogen wird. Leicht feuchte Nüsse machen das Chikki zäh.
- Perfekter Sirup: Ein Tropfen des kochenden Sirups in kaltes Wasser geben. Wenn der Sirup wie Kaugummi sich langzieht muss der Sirup noch weiterkochen. Nur wenn der Sirup richtig hart und spröde wird, ist er weit genug eingekocht worden. Sollte er noch klebrig sein, ist auch das Chikki später klebrig und bleibt zwischen den Zähnen hängen.
- Achte nicht nur auf die Farbe des Sirups. Denn die Farbe allein ist kein zuverlässiges Zeichen. Jaggery ist je nach Sorte unterschiedlich dunke. Entscheidend ist daher die Konsistenz im Kaltwassertest.
- Damit das Chikki schön glänzt wird nachdem der Sirup fertig gekocht ist noch etwas Ghee hinzugefügt
- Für ein luftigeres, knusprigeres und weniger kompaktes Chikki kann optional etwas Natron unter den fertigen Sirup gerührt werden. Nachdem der Sirup aufgeschäumt ist, kann es weiterverarbeitet werden. Ein weiterer Vorteil des Natrons: Das Chikki lässt sich später leichter beißen. Allerdings ist das kein Bestandteil eines klassischen Chikki Rezeptes.
- Nachdem die Nüsse im Sirup gelandet sind, muss alles sehr schnell gehen. Daher ist Vorbereitung alles. Alle Arbeitsgeräte sollten bevor der Sirup angesetzt wird mit Öl eingerieben werden.
- Die Masse nach dem Ausrollen sofort schneiden. Wer sich damit Zeit lässt, erhält keine schönen Chikki Stücke. Sobald die Masse kälter wird, lässt sie sich nicht mehr schneiden sondern bricht.

Erdnuss-Jaggery-Chikki (indischer Erdnusskrokant)
Zutaten
Kochutensilien
Methode
- Pfanne auf niedriger bis mittlerer Hitze heiß werden lassen und die Erdnüsse hinzufügen. Unter ständigem Rühren so lange rösten bis die Erdnüsse leicht goldbraun sind, intensiv nach gerösteten Erdnüssen duften und sich die Haut anschließend leicht abreiben lässt.
- Erdnüsse in einer Schüssel etwas abkühlen lassen, bis es möglich ist sie von Hand weiter zu verarbeiten. Die Erdnüsse sollten noch nicht kalt sein. Die Nüsschen zwischen der Handfläche etwas zerdrücken und reiben, bis sich die Haut löst. Das sollte sehr einfach gehen, sonst sind die Nüsse noch nicht fertig. Die Erdnüsse dabei nicht zerbröseln. Die gesamte Haut muss entfernt werden.
- Wer kleinere Nüsse möchte, kann sie vorsichtig in einem Gefrierbeutel in ihre Hälften zerbrechen. Kleiner sollten sie allerdings nicht werden.
- Um die Haut von den Erdnüssen zu trennen, alles in ein grobes Sieb geben und rausschütteln. Damit lassen sich die Erdnüsse schnell und einfach von den Häuten trennen. Dann die Nüsse beiseitestellen.
- Ein Backblech oder Schneidebrett mit Backpapier auslegen. Die Oberflächen mit Öl oder Ghee bestreichen. Das Messer und das Nudelholz auch mit Öl bestreichen.
- Den Zucker mit dem Wasser in eine Pfanne geben. Auf niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren schmelzen lassen.
- Währenddessen eine kleine Schüssel mit kaltem Wasser bereitstellen.
- Nach einigen Minuten sollte sich der Sirup verdicken und dunkel werden. Dann überprüfen, ob der Sirup fertig ist. Einen Tropfen des Sirups in kaltes Wasser geben. Der Sirup sollte sofort hart werden und sich anschließend brechen lassen. Ist er noch weich, zäh oder lässt sich wie Kaugummi ziehen, muss er weiter eingekocht werden. Wer sich trotzdem nicht sicher ist, kann einen zweiten Sicherheitstest machen. Dafür einen Tropfen Sirup auf eine Ecke des bereitgelegten Backpapiers geben. Wenn er sofort hart wird und sich ohne Probleme brechen lässt, ist der Sirup fertig. Der Sirup muss im kaltem zustand spröde und leicht brechbar sein. So lange weiter kochen, bis der Sirup die richtige Konsistenz hat.
- Für einen tollen Glanz das Ghee unterrühren.
- Optional nun das Natron schnell unterrühren. Der Sirup schäumt kurz auf. Abwarten, bis es sich wieder legt.
- Die gerösteten Erdnüsse unter den Sirup geben und vermischen. Ab jetzt sollte schnell gearbeitet werden.
- Die Nuss-Sirup-Mischung auf dem vorbereiteten Backpapier verteilen und ein weiteres Blatt Backpapier auf die Chikki-Mischung legen, dann zügig auf ca. 0,5 – 0,75 cm dicke ausrollen.
- Das Chikki in Rechtecke schneiden. Nach dem Abkühlen kann das Chikki dann einfach vollständig auseinandergebrochen werden. Durch das Einschneiden im heißen Zustand, sollte es sehr einfach gehen. In einem luftdichten Behälter aufbewahren.
